Inhaltsangabe

Das Buch spielt in Essen und erzählt rückblickend das Leben von Peter, der Ende der 40er-Jahre geboren wird. Seine Mutter stirbt bei seiner Geburt, der Vater ist mit der Rolle des Alleinerziehenden komplett überfordert und verfällt dem Alkohol. Zudem enthält er Peter jegliche Form von Musik vor. Eines Tages passiert aber das Unvermeidliche, Peter findet bei einem seiner Streifzüge durch die Trümmer eine Schallplatte und bekommt darauf von dem alten Josef, der so etwas wie ein inoffizieller Viertelspolizist ist, eine Melodie vorgesungen, die ihn sogleich verzaubert. Musik ist fortan Peters strebende Kraft, er sucht Orte auf, an denen Musik passiert, er saugt Musik regelrecht in sich auf, muss aber jedes Mal aufpassen, dass der Vater von seiner Leidenschaft nichts erfährt. Als der Vater einen Selbstmordversuch unternimmt und Peter für kurze Zeit bei einer Familie unterkommt, in der ein Klavier steht, erfährt Peter eine Einweisung in das Spielen des Pianos. Und es stellt sich heraus, dass Peter über eine synästhetische Gabe verfügt und Musik in ihm nicht nur Emotionen hervorlockt, sondern er in ihr total aufgehen kann und sogar anfängt zu komponieren. Umso gravierender erscheint es Peter, dass ihm sein Vater, als er ihn wieder bei sich aufnehmen kann, weiterhin die Musik verbietet. Doch seine Leidenschaft ist mittlerweile so groß, dass er sich auf die Suche nach einem Klavier begibt und im Zuge dessen sogar bei einem Musikalienhändler als Mädchen für alles anheuern darf. Allerdings bekommt der Vater Wind von dieser Anstellung, stellt Peter im Suff zur Rechenschaft und versetzt ihm schließlich einen derartigen Schlag, dass Peter sein Gehör verliert.

Peter versucht nun, mit diesem Schicksal und vor allem ohne Musik weiter zu leben. Durch seine Neugierde und seine schnelle Auffassungsgabe kommt er aber mit seiner Situation recht schnell zurecht, bis er schließlich aus der Klinik entlassen wird und in einem Kinderheim unterkommt. Dort herrschen Misstrauen und Missbrauch und Peter muss mit vielen Widrigkeiten umgehen. Bis ihm schließlich durch einen silbernen Löffel, den er seinerzeit vom alten Josef geschenkt bekommen hat, und dem zufälligen Schlagen auf Metall wieder ein Zugang zum Hören und damit auch zur Musik eröffnet wird.

Denn Peter besitzt die einzigartige Gabe, Gegenstände trotz seines tauben Zustandes zu hören, mit den anderen Sinnen so zu erfassen, dass er die Schwingungen wahrnimmt und ein Klangbild bei ihm entsteht. Er erkundet nun seine Umgebung neu, schlägt mit dem Löffel alles mögliche an und findet schließlich auch einen Weg, formlose Dinge wie Wasser, Gas oder auch Stimmungen und Gefühle zu hören. Dies gibt ihm die Kraft, die Zeit im Kinderheim zu überstehen und sogar dafür zu sorgen, dass die Verhältnisse im Kinderheim beim Jugendamt bekannt werden. Schließlich kommt er wieder in seine alte Pflegefamilie, in der er sich seiner alten Liebe zur Musik erinnernd wieder anfängt, Noten lesen zu lernen. Dort beginnt er auch, seine wahrgenommenen Klangbilder in aufnotierten Liedern wiederzugeben. Diese heißen entsprechend „Baum“, „Sonne“ oder „Zuversicht“, er beginnt auch Symphonien zu schreiben über Wälder, Städte oder den Weltraum. Seine Interpretation der Musik sowie die Instrumentation ist völlig neuartig und so lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Er wird bei einem Konzertbesuch entdeckt, bekommt eine Anstellung bei der Philharmonie in Essen, absolviert erfolgreiche Konzerte, wird schließlich berühmt, fertigt Auftragsproduktionen an, ist ein vielgefragter Mann und begibt sich mit seinem Mentor, dem Geigenspieler Gregorij, auf Welttournee.

Bis ihn die Vergangenheit einholt und er an das Sterbebett seines Vaters gerufen wird. Dort wird das Geheimnis gelüftet, warum Musik verboten war und die beiden schließen ihren Frieden miteinander. Der Vater stirbt und hört sich im toten Zustand anders an als lebendig. Etwas fehlt – die Seele! Aber Peter war weder in der Lage, den Zeitpunkt des Austrittes festzuhalten noch die Seele an sich zu spüren. Fortan besteht seine Aufgabe darin, die Seele hörbar zu machen, er verbringt viel Zeit in Krankenhäusern, Hospizen, reist in Kriegsgebiet und versucht schließlich, jemanden umzubringen, um an diese seelenmusik zu gelangen. Aber er schafft es nicht, bis er eines Tages, vereinsamt und verzweifelt, auf die Idee kommt, seine eigene Seele zu ergründen. Also schaut er in sich hinein, entdeckt seine Seele, komponiert die seelenmusik und . . .


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