Kalle

Kalle hat an einem Sonntag im Juni 2015 das Licht der Welt virtuellen Welt erblickt. Die Geburt einer besonderen Art. Oder die besondere Geburt der anderen Art. Denn Kalle denkt gerne. Nicht wirklich alles zu Ende, aber eben gerne. Er assoziiert sich durch seine Welt. Wie wir das eben alle mehr oder weniger so machen. Eigene Ansichten über die eigene Wahrnehmung. Die subjektive Sichtweise. Und den Tellerrand vom Hörensagen her kennend. In dem Bewusstsein, dass es ihn gibt. Mehr auch nicht.

Kalle spricht eigentlich viel lieber mit sich selbst als mit anderen. Da widerspricht ihm auch niemand. Allerdings hält er sich von Stammtischen fern. Öffentlichkeit ist nicht so seins. Trotzdem will er es mal versuchen. Mit diesem Internet. Das findet er spannend. Da kann man anonym bleiben. Und seinen Gedanken meist ungestraft freien Lauf lassen. Aber nicht unkommentiert.

Man hat Kalle gesagt, dass man sich im Internet kurz halten soll. Findet er gut. Hält er sich dran. Kurze Sätze. Und wenig. Weniger selbst als diese Ankündigungszeilen hier. So eine angemessene Portion Kram im Kopf für das Wochenende eben. Und das ab sofort jeden Sonntag. Da hat er eine Woche Zeit, seine Gedanken zu ordnen. Als ob sie dadurch ordentlich werden würden . . .

Doch so ganz anonym ist Kalle gar nicht. Ein paar Dinge sind über ihn bekannt: Kalle heißt eigentlich Karl-Heinz. Der Nachname tut nichts zur Sache. Kalle hat mit seiner Familie sowieso nicht viel zu tun. Kalle gehört noch nicht zum alten Eisen, ist aber auch kein Jungspund mehr. Irgendetwas dazwischen, nennen wir es erfahrenes Spätjugendtum. Sein Familienstand ist ungewiss. Ihm selbst. Er definiert das wie auch andere Dinge eher dynamisch. Und lässt damit erfrischend viel Offenheit zu. Er arbeitet. Nicht immer. Und nicht immer das gleiche. Aber so ohne Arbeit wäre es langweilig. Zu wenig Stoff für den Kopf.

Parallelen zu lebenden oder gar (mir) bekannten Menschen gleichen oder anderen Namens sind gänzlich ausgeschlossen, wenn überhaupt zufällig und definitiv nicht beabsichtigt.


DAS PROJEKT